Die untere Mühle

 

Zu Müllers Zeiten war die Untere Mühle der letzte von sieben Betrieben am Mühlebach vor der Mündung in den Rhein. Das Mühlerad auf der Westseite des Hauses wurde durch Wasser aus einem vom Mühlebach abgezweigten Kanal gedreht. Das Haus besteht seit 1649. Doch die Untere Mühle wurde schon 1315 schriftlich erwähnt. Die Mühle gehörte bis ins 18 Jahrhundert als Lehngut zur Propstei Wagenhausen.
 

Am Anfang des 20. Jahrhunderts, als die industriellen Mühlen sich zu drehen begannen, bot die Müllerei in ihrer alten Form keine Lebensgrundlage mehr. Die Untere Mühle wurde in kurzer Zeit mehrmals weiterverkauft. Um 1920 wurde der Betrieb eingestellt. In den 50er-Jahren fand schliesslich die Familie Brunner als Bauern eine Möglichkeit, in der Mühle zu existieren. Danach diente das Haus als Wohnhaus.

 Als in den 90er Jahren die Ölheizung ausstieg, wurde das Haus unbewohnbar. Es wurde mehrmals weiterverkauft. Es gab mehrere Baubewilligungen, doch niemand begann mit dem Umbau. 2004/2005 konnten wir die Untere Mühle zu einem Mehrfamilienhaus umbauen. Seit 2018 steht nun auch der Mühleraum, das Herz des Hauses, zur Nutzung bereit. 

Die Untere Mühle steht heute unter Denkmalschutz. 

Früher drehte sich hier das Mühlerad, aus Korn wurde Mehl. Menschen kamen auf den Platz, tauschten sich aus und gingen wieder ihrer Wege. 

Heute kann man sich hier ebenso treffen, sich austauschen, voneinander lernen, kreativ gestalten und dann wieder seiner Wege gehen. 

 

 

Quellen: 

  • Nater Hans, Berg, Die alten Mühlen im Thurgau, Buch- und Offsetdruckerei W. Sonderegger, Weinfelden, 1971 
  • Kurzinventar Denkmalpflege des Kt. Thurgau 
  • Bilder vor dem Umbau: Dieter Füllemann, Eschenz